Aus dem Leben eines (Halb-) Wahnsinnigen Startseite | Profil | Archiv
Was immer in meinem Leben passiert, meistens ist es unterhaltsam genug um es der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Nebenbei schreibe ich Bücher, Kurzgeschichten, Satiren, Theaterstücke und Lieder immer frei nach dem Motto, wer nicht verrückt ist kann nicht ganz dicht sein.

Die Rache von Appenzell31.01.2006

Die Rache von Appenzell

Der Schweizer Käse. Ein fantastisches Produkt der weltweiten Milchindustrie. Er ist wohl mit Abstand das beste, was man aus verschimmelter Milch machen kann. Ich selbst kann allerdings wenig mit Käse anfangen. Nur Parmesan, gerieben und fest und Frischkäse, den zum Streichen. Keine Marken, keine Klagen. Der einzige Nachteil an Schweizer Käse ist, dass er wohl mit Abstand der Gasproduzent weltweit ist. Wir hatten ´03 Angst vor Husseins Gasbomben. Man stelle sich vor die Schweiz käme in die Achse des Bösen.

Es muss im Herbst 2004 gewesen sein, als meine Frau und ich für eine Woche in die Schweiz fuhren. Wir bestiegen Berge, OK, nicht ganz. Wir fuhren bis zur ersten Bergstation, doch dann bestiegen wir... Gondeln. Doch das war nicht das eigentliche Problem. Eines schönen Abends verschlug es uns ins schöne Städtchen Appenzell. Meine Frau flippte natürlich sofort aus: " Wir könnten einen Appenzeller kaufen. Einen Echten Appenzeller." So redet sie sonst nur über Kinderwünsche.

" Schatz," ich nannte sie oft Schatz. Sie nannte mich oft Chauvinist. " Schatz, du weißt, ich mag überhaupt keinen Käse. Wir können ihn doch außerdem auch zu Hause erhalten. Sogar die selbe Firma."

" Ach, das verstehst du nicht." Natürlich nicht. Ich verstehe sie nie.

Also kauften wir den Appenzeller. Was wir nicht bedachten war, dass wir noch rund 4 ½ Tage bis zu unserer Heimkehr hatten. Ich schlug ihr vor den Käse im Hotel zu verzehren. Die nette, freundliche und liebenswürdige Antwort meine ach so geliebten Gattin war klar und deutlich: " Hast du einen Knall du Honk?"

Ihre Argumente waren entkräftend: Käse in Appenzell ist nichts besonderes. Appenzeller in Saarbrücken schon. So mussten wir den Käse bis zur Abreise irgendwo verstauen. Wir gingen zur Hotelrezeption und erkundigten uns nach Schließfächern. Der Portier wurde blass und deutete auf ein großes Loch in der Wand. Eindeutig Reste von Schließfächern. Wir sollten die Bedeutung dieses Loches erst später erkennen.

In Ermangelung eines leeren Schrankes verstauten wir den Käse im Wagen, welch tödlicher Irrtum.

Am nächsten Tag wollten wir einen Ausflug nach Liechtenstein machen. Wir gingen also auf den Parkplatz und da stand vor uns unser schönes Auto. Alle Scheiben waren gelblich-weißlich beschlagen. In der Tat hatte es die ganze Zeit in der Sonne gestanden. Im Seitenfenster des Beifahrersitzes bildeten sich Risse. Als wir näher kamen um das zu beobachten, krachte das Fenster. Ein unglaublicher Gestank flog uns entgegen. Es roch, als ob eine ganze Käsefabrik explodiert wäre. Meine Frau fiel sofort in Ohnmacht. 100m weiter fiel ein Hund tot um, ein Bernhardiner. Das bekam sein Herrchen zum Glück nicht mehr bei vollem Bewusstsein mit. Mit Punkten und Schleiern vor den Augen konnte ich gerade noch erkennen, wie es begann Vögel zu regnen. Als wir im Krankenhaus aufwachten, erklärte man uns, dass wir eine einheimische Vogelart ausgerottet hatten. Nach weiterem Befragen stellte sich heraus, dass alle Vertreter dieser Rasse zu diesem Zeitpunkt in Gambia waren.

Nun saßen wir natürlich in einer Zwickmühle. Wir kamen ohne das Auto nicht nach Hause zurück, das Auto ohne uns aber auch nicht. Beides war nicht möglich, so lange die Gasbombe noch drin war, ging das ja nicht. Irgendwie musste der Käse raus.

Wir gingen zuerst mal ins Hotel zurück. Dort waren alle Scheiben zersprungen und alle Zimmerpflanzen waren eingegangen. Man stelle sich vor, wir hätten in Versailles Urlaub gemacht. Von unserem Balkon hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf eine Alm voll toter Kühe und das Gras war auch nicht so ganz grün. Im kleinen Wald im Tal hatten nur noch einige beständige Nadelbäume ihre Blätter. Für mehr Beobachtungen blieb uns keine Zeit. Der aufgeweichte Holzboden des Balkons gab nach.

Am nächsten Tag wurden wir erfinderischer. In der Nähe gab es einen kleinen See. Wir erstanden also in der Nähe ein Seil, das sich nach einigen Minuten unter Wasser auflöst. Dann noch ein Paar Gasmasken. Wir zogen selbige an und öffneten den Kofferraum einen Spalt breit. Der Portier muss als Kollateralschaden gelten. Wir banden den Kofferraum zu und schoben das Auto in den See. Nach 20 Minuten löste sich das Seil. Wir hatten darauf gehofft, dass sich der Kofferraum unter Wasser öffnet und der Käse sich langsam in den Schlamm spült. Das Auto hatten wir dabei völlig außer Acht gelassen. Doch unsere Rechnung ging nicht auf. Als sich das Gepäckabteil öffnete, hob sich erst die Wasseroberfläche an, dann knallte uns das gesamte Wasser entgegen. Ein nahe gelegener Klostergarten wurde überschwemmt. Das letzte was ich bewusst wahrnahm, war die eingehende Vegetation in Ufernähe und das vollkommen trocken liegende Auto mit offenem Kofferraum.

Mal wieder erwachte ich im Krankenhaus. Mir fehlten alle Haare. Ganz so frisch wie bei der Heirat war meine Frau auch nicht mehr. Aber lag das am Gas? Vom Chefarzt erfuhr ich, dass ich das Koma fast 2 Wochen durchgehalten hatte. Mein Auto war allerdings immer noch nicht geborgen. Die Feuerwehrmänner die es versucht hatten lagen im Nebenzimmer. Ich fiel wieder in einen tiefen Schlaf.

Als ich 3 Tage später erwachte wurden wir auch prompt entlassen. Wahrscheinlich wegen dem penetranten Käsegeruch. Beim Betreten des Hotels wurden wir von einem Feuerwehrmann empfangen. Er bat uns in einen Helikopter zu steigen. In 2km Höhe (tiefer wollte der Pilot nicht sinken, aus Angst vor Lochfraß in den Rotoren) betrachteten wir den Unfallort. Ein Bild des Grauens. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass immer noch Gas entweiche und der Feuerwehrmann bat uns um Erlaubnis das Gefährt zu sprengen. Wir stimmten zu.

Wir beobachteten die Explosion von einem Berg in 5km Entfernung. Als das Feuer mit dem Käsegas reagierte, löste sich das Hotel endgültig auf, auf dem Matterhorn lösten sich 4 Lawinen, der Hubschrauber der Feuerwehr stürzte brennend ab, wir kauften ein neues Auto und fuhren nach Saarbrücken. Dort gingen wir in den Sparmarkt und kauften uns einen Original Appenzeller. Aus dem Fernsehen erfuhren wir, dass man in der Schweiz immer noch nach uns fahndet.

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Einen aufs Haus?27.01.2006

Aufs Haus

Wer kennt das nicht. Man sitzt in einem Restaurant, hat gut gespeist und will eigentlich nur die Rechnung und dann ab nach Hause. Doch sofort wird er angeboten, der Drink, oder das Dessert aufs Haus. Versuchen sie mal das abzulehnen. Ich habe es oft versucht. Es klappt nicht. Aber vielleicht so:

13.7.05 13:42 Uhr: Essen bei Antonio. Lecker. Tisch 7 bestellt die Rechnung.

13:43 Uhr: Schneller als erwartet bringt der Kellner die Rechnung. Er fragt: " Möchten sie noch einen aufs Haus?" Ich antworte: " Nein." Klar und deutlich.

13:44 Uhr: Der Kellner erkennt widerstrebend unsere Forderungen an. Er geht Richtung Bar und schenkt einen aufs Haus ein. Er geht am Tisch vorbei und stellt ihn heimlich neben mich.

13:45 Uhr: Der feige Anschlag wird bemerkt. Ich ordere ihn zu mir und gebe den Drink zurück. Beim Weggehen wirft er den Aparativ doch noch auf den Tisch. Aber ich bleibe hart. Ich trink ihn nicht und werfe ihn zurück.

13:46 Uhr: Mein Sohn baut aus Bierdeckeln eine Barrikade vor dem Tisch. Nach dauerhaftem Giotto-Beschuss, durchbricht sie eine Kaffeetasse. Der Inhalt besudelt meine Frau. Die Schweine, dass zahl ich ihnen Heim.

13:47 Uhr: Bereits drei Kellner mussten von Zahnstochern verstümmelt das Restaurant verlassen. Trotzdem landet eine Rittersport Vollmilch auf dem Tisch. Kurz bevor mein Sohn danach greift kann ich sie entschärfen. Sie landet in Pizza Bologna auf Tisch 18. Er tritt den Kellnern bei.

13:48 Uhr: Wir haben es geschafft, dass Tisch 3 sich mit uns verbündet. Inzwischen haben wir mehrere unbenutzte Tische als Barrikaden aufgestellt. Sie zittern unter jedem Martini.

13:49 Uhr: Ein Versorgungsengpass verbietet uns weitere Gegenwehr mit Zahnstochern. Der Schnaps fällt immer dichter.

13:40 Uhr: Ein Butterkeks fällt meinem Sohn in den zufällig offenen Mund. Er liegt im Lazaret auf Tisch 9.

13:41 Uhr: In Unterzahl bieten uns die Kellner unverhofft einen Waffenstillstand an um die Verletzten zu behandeln.

13:51 Uhr: Mein Sohn hat den Keks ausgewürgt und Zahnstocher sind auch wieder da. Ein Scharfschütze von Tisch 3 hat den Chefkoch mit einem gezielten Salatgabelwurf in die Schläfe getötet. Kellner orientierungslos.

13:52 Uhr: Tisch 18 hat von 3 Kriegesgefangene genommen. Die zwei Frauen fehlen uns in der Krankenpflege.

13:53 Uhr: Tisch 3 hat im Sturmangriff Tisch 18 überrannt und befindet sich nun näher denn je an der Küche.

13:54 Uhr: Die Küche setzt unerwartet ganze Töpfe voller Schnaps ein. Meiner Frau brennen die Augen. Krieg ist eine schreckliche Sache, doch ich bleibe hart.

13:55 Uhr: Aus den Fäden der Stuhlpolster bauen wir Stolperdrähte. Ein Kellner geht in unsere Kriegsgefangenschaft.

13:56 Uhr: Auch unter Folter gibt der Kellner nicht die Schnapsquelle bekannt. Eine Rittersport beendet sein Leben. Meine Frau wird am Kopf getroffen. Verdammte Suppenlöffel.

13:57 Uhr: Tisch 3 scheitert mit Sturmangriff auf Küche. Hoffentlich ziehen sie sich nicht zurück.

13: 58 Uhr: Es ist vollbracht. Auf Grund von Munitionsmangel gibt die Küche auf. Der stellvertretende Chefkoch wird mit einer Überdosis Kekse und Schnaps tot aufgefunden.

13:59 Uhr: Auf den Sieg brauch ich was zu trinken!

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Die glorreiche Revolution25.01.2006

Die Glorreiche Revolution

Es ist weithin bekannt, dass Deutsche recht obrigkeitshörig sind. Eine berühmte Redensart ist: Wenn ein Deutscher auf dem Bahnhof eine Revolution ausruft, dann löst er erst eine Bahnsteigkarte. Auch wenn es keine Bahnsteigkarte mehr gibt, ein Deutscher würde höchstwahrscheinlich einen großen Waffenmarsch auf Berlin vier Wochen vorher als Demonstration ankündigen und erstmal von offizieller Stelle genehmigen lassen. Wenn überhaupt, dann dauert eine Revolution in Deutschland niemals lang genug, als dass es nötig wäre im Ausland darüber zu berichten. Ein Beispiel dafür sind die berühmten Montagsdemonstrationen in Ostdeutschland gegen Hartz IV. Schon nach drei Wochen kamen vielleicht noch 20 Leute. Am Anfang mehre Zehntausend. Auch ich habe mir in der großen Wirtschaftskrise um 2005 öfter überlegt mal zu putschen, hab meine Freunde angerufen, doch die hatten keine Lust, also hab ich’s gelassen. Doch wie würde eine große Revolution in Deutschland wohl aussehen?

Die Wirtschaftskrise hatte Deutschland im Griff. Die Steuern stiegen noch schneller als die Preise, der Ruf nach Revolution wurde laut. In einem Keller in Saarbrücken begann es. Auf dem Marktplatz sollte sie von drei Menschen ausgerufen werden: Peter Becker, Mark Liebmann und Christian Rummersbach. Doch sie fanden keinen Parkplatz. Ab jetzt sollte allerdings alles schneller werden.

Bereits 25 Wochen später kam der erneute Versuch, diesmal in einem Thai-Imbiss im Industrieviertel. Aus den drei Männern wurden fünf. Die Revolution wuchs. Die Urzelle der Revolution wollte radikaler werden. Schon nach 21 Tagen wird ein Flugblatt in 50-facher Ausführung in Druck gegeben. Inhalt ist eine bei der Forsa in Auftrag gegebene Umfrage unter 25 Einwohnern von Niedergailbach (den Ort gibt es wirklich!!!). 52% wollen eine Revolution. Da auf Säulen das Bekleben verboten ist, klebt man in Hausflure. Doch nach fünf Tagen unterbricht die schriftliche Petition eines Hausmeisters diese Aktion jäh. In den inzwischen wöchentlich stattfindenden Revolutionstreffen der inzwischen sieben Revolutionsmitglieder beim Thailänder werden Hausmeister auf die Liste der revolutionären Feinde gesetzt. Nach dem auch Asiaten darauf landen, wird das Hauptquartier zum Mykonos-Grill verlegt. Man beschließt sich zu bewaffnen und nach Berlin zu ziehen. Da Benzin zu teuer ist, fährt man mit dem Zug. Bei Frankfurt wird bei Kontrollen durch einen Schaffner die Bewaffnung gefunden: Ein Plastikmesser vom Mykonos-Grill. Im Angesicht der durch einen 64-jährigen, sächsischen Schaffner vertretenen Staatsgewalt gibt man auf und setzt die Bundesbahn auf die Todesliste. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt im Hotel " Lisbeths Liebeshütte" setzt man Hotelbesitzerinnen auf die Todesliste und beginnt von Frankfurt aus den " Langen Marsch" auf Berlin. Er endet Dank mehrer Navigationsfieber erst in Kiel, dann in München, dann in Leipzig und schließlich in Berlin. Nach ausgiebiger Besichtigung der Sehenswürdigkeiten hält man eine Rede auf dem Alexanderplatz. Noch drei Männer schließen sich an. Nach 2 Wochen vergeblichem Sit-in am äußersten Pfeiler vom Brandenburger Tor, verlassen alle, bis auf die Keimzelle die Revolution. Die alte Garde begeht ein weiters Jahr später öffentlich vor dem Mykonos-Grill Selbstmord. Nicht ohne eine Nachricht auf dem gemeinsamen Anrufbeantworter zu hinterlassen.

 

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Das erste Mal24.01.2006

Jawohl, endlich hab ich meine Blog, endlich. Eine hochinteressante Möglichkeit mich der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Im Moment habe ich dazu sogar super viel Zeit, ich mache nämlich Praktikum, also von der Schule aus, wir müssen zwei Wochen lang in Betriebe und ich bin einer Bücherei, ja und hier geht die Lutzi richtig ab. Es ist zwar für mich sehr interssant, aber ich denke jeder, der nicht so ein Bücherfanatiker ist wie ich würde hier verzweifeln. Naja, ich hab jedenfalls jetzt ein wenig Zeit. Ansonsten gehe ich auf das Gymnasium am Rotenbühl in Saarbrücken, bin 16 Jahre alt, spiele in einer Band, blabla, den Rest könnt ihr meinem Profil entnehmen. Werde hier auch mal ein paar von meinen Kurzgeschichten online stellen.

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